Dieser Begriff bezeichnet keine Krankheit im medizinischen Sinne, sondern einen normalen Abschnitt im Leben jeder Frau: Die Übergangsphase von der vollen Geschlechtsreife zur Lebensphase des Alters, dem so genannten Senium. Die Dauer der Umstellungsphase, ihr Beginn und ihr Ende, kann im Einzelfall stark variieren. In der Fachliteratur wird eine mögliche Zeitspanne zwischen dem 40. und dem 70. Lebensjahr genannt. In den westlichen Industrienationen beginnt die Zeit des Klimakteriums meist um das 50. Lebensjahr herum und ist mit Ende 50 abgeschlossen.
Was passiert in dieser Phase? Hauptsächlich eine Umstellung im weiblichen Hormonhaushalt, genauer: Eine Verminderung der Produktion weiblicher Geschlechtshormone, der Östrogene, die wiederum durch die nachlassende Aktivität der Eierstöcke bedingt ist. Die beiden Eierstöcke haben zu Beginn der geschlechtsreifen Zeit Abertausende Eibläschen (Follikel), hiervon reift jeden Monat eines zu einer reifen Eizelle heran, die dann in den Eileiter abgegeben wird (Eisprung), weitere Follikel sterben bei jedem Eisprung ab. Irgendwann um das 50. Lebensjahr herum sind in den Eierstöcken keine Eibläschen mehr übrig, die zu einer Einzelle heranreifen könnten. Da diese Follikel aber direkt für die Produktion der Östrogene verantwortlich sind, vermindert sich mit der Zahl der Follikel analog dazu auch die Östrogenproduktion. Es kommt dann zur letzten von den Eiproduktion gesteuerten Regelblutung, dieser Zeitpunkt wird als Menopause bezeichnet. Zuvor kommt es häufig zu Schwankungen im Monatszyklus hinsichtlich Zeitpunkt, Dauer und Intensität der Regelblutung, diese kann nochmals stärker oder kontinuierlich schwächer werden. Mit der letzten Blutung ist dann der fruchtbare Lebensabschnitt der Frau vorbei.
Während nun die Östrogenproduktion zum Ende der fruchtbaren Zeit zurückgeht, versucht das Gehirn, diesem offensichtlichen Mangelzustand durch die vermehrte Ausschüttung so genannter Gonadotropine abzuhelfen – Gonadotropine sind ebenfalls Geschlechtshormone, welche die Follikelproduktion stimulieren sollen. Dieses Verschieben der Hormonbalance ist als Hauptgrund für die vielfältigen Beschwerden anzusehen, die mit der Phase des Klimakteriums einher gehen können, aber längst nicht bei jeder Frau auftreten. Hierzulande bilden Frauen im Klimakterium drei etwa gleich große Gruppen: Ein Drittel durchlebt diese Jahre ohne irgendwelche Beschwerden, ein weiteres Drittel hat nur zeitweilige bzw. leichte Wechseljahrssymptome. Das letzte Drittel verspürt so starke, anhaltende Missempfindungen, dass eine ärztliche Behandlung sinnvoll erscheint.
Die typischen Wechseljahrsbeschwerden sind vielfältig und reichen von psychischer Labilität (Ruhelosigkeit, leichte Erregbarkeit) über Herzrasen, Hitzewallungen. Schwindelgefühle und nächtliche Schweißausbrüche bis zu vermindertem Sexualtrieb (Lustlosigkeit) und Energieverlust. Langfristig können auch ein signifikant erhöhter Blutdruck sowie Osteoporose (Brüchigwerden der Knochen) entstehen. Auch werden Haut und Schleimhäute mit der Zeit weniger elastisch.
Wenn die Zeit des Klimakteriums Probleme bereitet, ist der Facharzt / die Fachärztin für Gynäkologie (Frauenheilkunde) der richtige Ansprechpartner. Mit einer Blutuntersuchung kann der aktuelle Hormonspiegel bestimmt werden; zusammen mit der körperlichen Untersuchung und der Angabe zum Zeitpunkt der letzten Regelblutung lässt sich zutreffend sagen, in welcher Phase der Hormonumstellung sich die Patientin gerade befindet.
Starken Wechseljahrsbeschwerden kann durch die Einnahme von Hormonpräparaten entgegen gewirkt werden. Diese lindern zwar viele Symptome gut und dauerhaft, bergen aber auch Risiken wie ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder die Entstehung von Brustkrebs. In der Fachliteratur wird die Hormontherapie nach wie vor kontrovers diskutiert. Sprechen Sie daher mit dem Arzt Ihres Vertrauens und holen Sie ruhig noch eine Zweitmeinung ein, bevor sie eine derartige Hormontherapie beginnen. Bei bestimmten Vorerkrankungen (Krebs, Bluthochdruck, Allergien u.a.) kommt die Hormontherapie sowieso nicht in Frage. Leichtere Beschwerden lassen sich gut mit pflanzlichen Präparaten, die hormonähnliche Stoffe (so genannte Phytohormone) enthalten, in den Griff bekommen. Auch hier sollten Sie sich nicht einfach das am lautesten beworbene Mittel besorgen, sondern mit Ihrem Arzt abstimmen, welche Medikation im individuellen Fall die richtige ist. Auch mit einer generell gesunden Lebensweise (Stressvermeidung, regelmäßiger und ausreichender Schlaf, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung, Verzicht auf Rauchen und Alkoholmissbrauch) können Sie viel dazu beitragen, dass Sie die Wechseljahre möglichst beschwerdefrei durchleben.